Frankfurter Schach
Stadtmeisterschaft 1905


A u s F r a n k f u r t a./M. Das Meisterschaftsturnier von Frankfurt, an dem nicht nur Mitglieder des Klubs, sondern auch alle Schachfreunde, die seit einem halben Jahre ihren Wohnsitz in Frankfurt haben, mitspielen können, nahm am 5. November seinen Anfang. Lokal des Frankfurter Schachklubs: "Börsenrestaurant"; Spielzeit: Dienstag und Sonntag abends.(1)
A u s F r a n k f u r t a./M. In dem vom hiesigen Schachklub veranstalteten Meisterschaftsturnier, an welchem sich acht Spieler beteiligten, blieb W. John, der sich in Hannover 1902 die Meisterwürde des Deutschen Schachbundes errang, erster Sieger, indem er, abgesehen von einer Remispartie gegen A. Flad, sämtliche Partien gewann. (2)







 

PhilidorC41

August Flad
Walter John

Frankfurt-ch
Frankfurt am Main, 1905


1. e4 e5 2. Nf3 d6 3. d4 Nd7 4. Bc4 Be7 5. c3 Ngf6 6. Qe2 O-O 7. Bg5 c6 8. O-O Re8 9. dxe5 dxe5 10. Nbd2 Qc7 11. Bb3 Nf8 12. Ne1 Ng6 13. Nd3 h6 14. Bxf6 Bxf6 15. f3 b6 16. c4 Bb7 17. Rfd1 Rad8 18. g3 Rd4 19. Nf1 Red8 20. Ne3 Ne7 21. Nc2 R4d7 22. Ne3 g6 23. Nf2 Rd4 24. Nc2 R4d7 25. Rxd7 Rxd7 26. Rd1 Nc8 27. Rxd7 Qxd7 28. Qd3 Qe7 29. Ng4 Bg7 30. Nge3 Ba6 31. Kg2 Nd6 32. a3 Nb7 33. Ba2 Nc5 34. Qd2 Ne6 35. b4 Bc8 36. Nd1 Kh7 37. Nc3 Ng5 38. Ne3 Qf6 39. Qe2 h5 40. h4 Ne6 41. Qf2 Nd4 42. b5 Bf8 43. a4 Bc5 44. Qf1 g5 45. hxg5 Qxg5 46. f4 exf4 47. Qxf4 Qxf4 48. gxf4 cxb5 49. cxb5 Nxb5 50. Nxb5 Bxe3 51. Kf3 Bd2 52. Bxf7 Bg4+ 53. Kg3 Be1+ 54. Kg2 h4 55. Nd4 Bg3 56. Be6 Bd1 57. Bd7 Bxf4 58. Kh3 Bg5 59. Nf5 Bc2 60. Bc6 Kg6 61. Nxh4+ Kf6 62. Nf3 Be3 63. Kg3 Ke6 64. Ne1 Bd1 65. Nd3 Kd6 66. Bb5 Be2 67. Kg2 Bg4 68. Kg3 Bd1 69. Nb2 Bb3 70. Nc4+ 1/2-1/2 [gespielt im Januar 1905](3)


Peter Anderberg supplies the following (above) photograph of Walter John from the Schach-Echo of 11 October 1940, page 147. He also draws attention to a report in the Schach-Echo of 10 June 1942, giving details of a simultaneous exhibition by John in Posen on 1 May 1942. John thus must have died later than has previously been assumed. Richard Forster, 02.10.03(4)
Nachtrag Walter John, geboren 1879 in Thorn, gestorben 1940 in Berlin, war von Beruf Apotheker und zählte um die Jahrhundertwende zu den stärksten deutschen Schachspielern. Er war von der Weichsel an die Spree gezogen, wo er auch seinen ersten großen Erfolg feierte, als er 1902 beim Turnier im Café Kerkau hinter von Bardeleben auf den zweiten Platz einkam. Noch im selben Jahr gewann er überzeugend das Hauptturnier A beim 13.Kongreß des DSB in Hannover mit 15 Punkten bei 22 Teilnehmern und ließ Spieler wie Bernstein, Neumann, Kagan u.a. hinter sich. 1905 in Barmen war er in guter Gesellschaft, als er zusammen mit Leonhardt, Tschigorin und H.Wolf den 7. bis 10. Platz teilte. Er spielte noch eine Reihe von Turnieren, siegte 1917 in Berlin vor P.Johner, Post u.a. (12 Teilnehmer), schlug in Zweikämpfen einen so erfahrenen Meister wie Spielmann und hielt Begegnungen gegen Marco und Mieses unentschieden (geschätzte ELO: 2460). (5)
"John, Walter, Apotheker, ist einer der stärksten deutschen Spieler der jetzigen Generation. Er hat eine ruhige und sichere Spielweise, die sich dem modernen Stil anpaßt." Weitere Turnierteilnahmen und Wettkämpfe u.a.: 1904 Coburg (12. Platz), 1907 Ostende (10.-11.), 1908 Düsseldorf (4.), 1909 Hamburg (16.), 1914 Mannheim (10.-11.), 1917 Berlin (1.-2.), 1921 Hamburg (4.); Wettkampf mit Mieses in Leipzig +1 -1 =3. (6)
Quellen:
(1) Deutsche Schachzeitung, November 1904, Seite 346, gefunden von Sfr. Peter Anderberg, Tostedt
(2) Deutsche Schachzeitung, April 1905, Seite 124, gefunden von Sfr. Peter Anderberg, Tostedt
(3) Allgemeine Zeitung (München), 06. Mai 1906, S. 15., gefunden von Sfr. Peter Anderberg, Tostedt
(4) gefunden bei Chess and Mysteries, http://www.chesshistory.com
(5) Aus "Die großen Schachmeister des 20.Jahrhunderts" 1.Teil: In Memoriam, Die Deutschen Meister, von Helmut Wieteck, Andernach, gefunden in der ROCHADE, Heft 11/1998, Seite 49
(6) Aus J. Schorr (ed.), Schachkongress Teplitz-Schönau 1922, Zürich 1981 (= Teplitz-Schönau 1923), S. 582., gefunden von Sfr.Udo Güldner, Forchheim

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