Frankfurter Schach
Stadtmeisterschaft 1942


Keine Austragung! Sowohl in der Chronik der Schachfreunde, als auch in Frankfurter Tageszeitungen wird das Turnier, das in der Deutschen Schachzeitung als Frankfurter (Stadt)Meisterschaft bezeichnet wird, als Werbeturnier bezeichnet. Hier siegte Niephaus.
Dieses Turnier wurde etwa von Februar bis Mai 1942 an Orten in Frankfurt und Offenbach ausgetragen. Für den März läßt sich in keiner Quelle außer im Südwestschach etwas über eine Frankfurter Stadtmeisterschaft finden. Es kann sich nur um eine Verwechslung handeln!(2)

Stadtmeisterschaft: [...] Frankfurt a. M. (Niephaus)(1)

Quellen:
(1) Aus Deutsche Schachzeitung Nr. 5, Mai 1942, S. 69, gefunden von Sfr. Udo Güldner, Forchheim
(2) Aus Frankfurter Neueste Zeitung, Ausgaben in 1942, gefunden von Sfr. Thomas Henrich, Gießen

Aus "Südwestschach" Nr.13 vom 15.Oktober 1949, Titelblatt:

Führende Meister des Südwestens

Walter Niephaus
Walter Niephaus (geb. 30.3.23)
Walter Niephaus ist geboren zu Mörs am Niederrhein. Mit 15 Jahren erlernte er das Schachspiel durch seinen Onkel in Frankfurt a. M. Bereits drei Jahre später, im März 1942, wurde er Frankfurter Stadtmeister. Dr. Aljechin, bei einer Simultanvorstellung auf ihn aufmerksam geworden, traf in sieben Beratungspartien mit ihm zusammen, und das Ergebnis für Niephaus: 3 gewonnen, 1 verloren, 1 remis, war auch für den damaligen Weltmeister so erstaun-tich, daß er Niephaus eine große schach-liche Zukunft voraussagte. Anschließend bewies das Turnier zu Bad Elster, daß mit Niephaus schon ernsthaft zu rechnen war: er siegte ohne Verlust vor Sämisch, Rellstab u. a. Offensichtlich hatte er sich dabei aber etwas übernommen; denn seine erste Teilnahme an der deutschen Meisterschaft im gleichen Jahre brachte ihm nur den 11. Platz. Immerhin erlitt er nur 4 Verluste. Nach einer mehrmonatigen Pause wurde er in Leipzig bereits wieder Erster vor Klaus Junge, Kopetzky, Rellstab, Sämisch usw. Dann unterbricht der Militärdienst für 4 Jahre seine Schachlaufbahn.
Im Februar 1947 ist er wieder auf dem Plan. Trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung kommt er in Kirchheim/Teck zusammen mit Dr. Tröger auf den 1.-2. Platz vor Bogatyrtschuk, Palme, Unzicker, Arlauskas u.a. Süddeutsche Meisterschaft 1947 in Riedenburg Dritter hinter Dr. Rödl und Unzicker vor Röhrich, Nürnberg, Machate, Eisinger usw. Deutsche Meisterschaft 1947 in Weidenau 5.-7. mit Unzicker und Nürnberg. Turnier zu Heringen 1947: 100% vor Bogoljubow und Brinckmann. Bad Nauheim 1948: 3.-5. mit Kieninger und Dr. Rödl, Stuttgart 1948: 2-3. mit Ahues hinter Rellstab vor Bogatyrtschuk, Dr. Tröger, BogoIjubow und Dr. Lange. Deutsche Meisterschaft 1948 in Essen: 4.-5. mit L. Schmid. Turnier zu Offenbach 1949: 100% vor Jäger und Brinckmann.
Seine gesundheitlichen und familiären Verhältnisse beeinträchtigen sein Spiel bei der deutschen Meisterschaft in Bad Pyrmont (10.-13. unter 36 Teilnehmern) und im internationalen Meisterturnier zu Heidelberg (6.-8.). Bei der südwestdeutschen Meisterschaft in Mannheim-Feudenheim hingegen ist er wieder in Form und erkämpft sich durch einen 100%igen Erfolg erneut die Teilnahmeberechtigung an der nächsten Meisterschaft von Deutschland. Zu erwähnen wäre noch, daß sich Niephaus ein einziges Mal im Fernschach betätigt hat: im Kampf um die deutsche Fernschachmeisterschaft 1948 wurde er Zweiter.
Ergänzung:
Er wurde 1956 in die deutsche Mannschaft für die Schacholympiade in Moskau berufen, wo er 65% erzielte.
1960 wurde er mit der SG Düsseldorf Deutscher Mannschaftsmeister.
Bis zu seinem Lebensende spielte er noch für einige Jahre in der Rheinland- Pfalz Liga. Er verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit in am 2.11. 1992 in Andernach.

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